
Wie kommen wir zu einer Gesellschaft, die für alle passt?
In der Nonviolent Global Liberation Community (nglcommunity.org) mit Miki Kashtan entwickelt und erprobt Volkmar auch diese Frage. Dort liegt der Fokus auf 5 „Systeme“, die in jeder Organisation oder Gemeinschaft besonders bedeutsam sind und für die gewaltfreiere Versionen entwickelt und erprobt werden. Sie beinhalten „Funktionen des Miteinanders“, die für ein Zusammenleben besondere Bedeutung haben und beantworten zusätzlich die Frage: WO, WANN und MIT WEM sie ausgeübt werden.
Die 5 „Systeme“ sind: Informationsfluss, Ressourcenfluss, Feedbackfluss, Entscheidungsfindung und Konfliktbehandlung. Ida und Volkmar sehen zudem eine wichtige 6. ”Funktion des Miteinanders“ und nutzen zudem die Arbeit von Robert Gonzales hierfür: Ein mitfühlender Umgang mit unseren Schatten: die „Schattenfürsorge“ (mehr dazu siehe weiter unten).
Die „Funktionen des Miteinanders“ nutzen wir in unserer Gesellschaft immer irgendwie. Meist ist das allerdings unbewusst und auf eine Art, die Widerstand hervorruft oder gar verletzt. Die Frage, wie wir sie mithilfe der Prinzipien der GFK gewaltfreier gestalten können, ist für einen sozialen Wandel hin zu einer friedlicheren Welt entscheidend.
Übungs- und Unterstützungstreffen
Hier kannst Du erleben, wie gewaltfreie Systeme wirken und üben, sie in Deinem Leben auf heilsame Weise anzuwenden.
Diese Treffen finden regelmässig jeden 1. und 3. Sonntag im Monat von 19:00 bis 21:10 Uhr statt – jeden Monat zu einem der viert „Funktionen des Miteinanders“ (s.u.). Jeden Monat fokussieren wir auf eines der „Funktionen des Miteinanders“ (siehe unten unter Inhalt oder unter GFK-Lebensfreude.de ).
Kosten:
Auch dieses Angebot ist kostenfrei und wenn Dich das Thema interessiert, würden wir uns freuen, wenn Du dieses Angebot als Geschenk annimmst!
Wir arbeiten nach den Prinzipien der Schenkökonomie.
Unabhängig davon, ob Du teilnimmst oder nicht: Wenn Du möchtest und die Kapazität hast, würden wir uns freuen, wenn Du uns und unsere Arbeit für eine Welt, die für alle passt, finanziell oder anders unterstützen würdest.
Anmeldung und Zugang:
Per Whatsapp, Telegram oder Signal über +49 160 2720 980 oder (mit mehr Zeitverzögerung) per E-Mail an: info@GFK-Lebensfreude.de
Du bekommst dann den Zoom-Link zugeschickt und kannst über das Internet oder per Telefon teilnehmen.
Du kannst übrigens auch mit Freunden oder Familie gemeinsam in einem Raum mitmachen und die Übungen offline mit ihnen zuammen machen.
Inhalt:
In diesen Treffen findest Du Unterstützung dabei, den gewaltfreien Sozialen Wandel in Dein Leben zu bringen. Du erlebst wie heilsam die Prinzipien der Gewaltfreiheit wirken und kannst üben sie in deinen Beziehungen zu integrieren. Dabei liegt der Fokus jeden Monat auf einem von vier im persönlichen Umfeld besonders wichtigsten „Funktionen des Miteinanders“. Die gewaltfreien Versionen dieser vier „Funktionen“ zielen alle auf den (Wieder-) Aufbau von gegenseitigem mitfühlendem/empathischem Verstehen ab:
- Feedback-Fluss: Wie kann ich konstruktiv Feedback geben und einladen, so dass es das Lernen unterstützt und das Miteinander stärkt?
- Entscheidungsfindung: Wie kann ich gemeinsam mit den anderen Entscheidungen finden, die alle Interessen und Bedürfnisse integrieren und deshalb für alle passen?
- Umgang mit Konflikten: Wie kann ich dazu beitragen, Konflikte in den Beziehung auf eine Weise zu nutzen, die Vertrauen wieder aufbaut und das Miteinander wiederherstellt?
- Schattenfürsorge: Was unterstützt mich dabei, schmerzhafte Erfahrungen oder schon verhärtete Traumatisierungen zu „verdauen“ und so wieder in meine Kraft zu kommen?
Wie können ich und die anderen uns selbst und einander mit unseren Eigenheiten, Empfindlichkeiten, Einschränkungen, Gewohnheiten und Projektionen mitfühlend verstehen und immer wieder zu einem Miteinander finden, das für alle passt? Und wie können wir einander dabei unterstützen, Unangenehmes und Schmerzhaftes zu „verdauen“?
Vom gesellschaftlich normalen zum gewaltfreieren Miteinander:
Wir alle haben durch unsere Sozialisation gelernt, diese vier Funktionen auszuüben. Allerdings ist unser Verhalten in diesen Funktionen weitgehend gesellschaftlich geprägt wir üben sie deshalb meist auf eine Weise aus, die eigene Bedürfnisse und/oder die der anderen missachtet und die Beziehungen deshalb eher belastet. Da wir sie aber überwiegend unbewusst ausüben, können wir sie nicht hinterfragen ‒ es scheint gar nichts anderes möglich zu sein.
Die so weit verbreitete Formulierung „Ich muss / Du musst!“ ist ein Ausdruck dieser Gewohnheit – und die wohl am weitesten verbreitete Form subtiler Gewalt in der Welt.
Das bewusste Anwenden der gewaltfreien Prinzipien in diesen vier Funktionen des Miteinanders ist von entscheidender Bedeutung dafür, vom „Müssen“ zum „Wollen“; vom Zwang zur Bereitwilligkeit zu kommen.
Aus Bereitwilligkeit, innerhalb der Kapazitäten und unter Berücksichtigung der Ressourcen zu handeln, ist für gelingende Beziehungen jeder Art eine wichtige Voraussetzung. Damit ist es auch entscheidend für den Aufbau von Gemeinschaften, die alle Mitglieder nähren. Und somit auch für eine Welt, die für alle passt.

